Barfen Hund
5. März 2024

Barfen für Hunde - Einfache & Vollständige Anleitung 2024

Das Barfen für Hunde ist eine besondere Art der Hundeernährung, bei der Fleisch oder roher Fisch zusammen mit Innereien und Pansen sowie Obst und Gemüse gefüttert werden. Weil die Bestandteile von Barf Tierfutter für Hunde in der Regel roh sind, spricht man auch von Rohfütterung.

Dadurch, dass beim Barfen die einzelnen Bestandteile für die Fütterung selbst zusammengestellt werden, sorgt man für eine artgerechte, naturbelassene und gesunde Ernährung ohne künstliche Zusatzstoffe oder industriell zugeführten Zucker.

Damit du verstehst, was Barfen ist und wie du deinen Hund richtig barfst, solltest du dich eingehend über das Thema informieren und die folgende Anleitung als Hilfestellung nutzen. Die möglichen Risiken, die bei der Barf-Fütterung vorhanden sind, schrecken viele Barf-Anfänger ab. Jedoch kannst du diese Risiken umgehen, wenn du dich an die Hygiene- und Lagerungsvorschriften hältst.

Ein detaillierter Barf Plan mit geeigneten Barf Rezepten erleichtert dir das Barfen und spart dir Zeit bei der Zubereitung und der Fütterung deines Vierbeiners. Mit einfachen Tipps und Tricks bringen wir dir das Barf-Thema näher und erklären dir, was Barfen ist, plus, was du dabei beachten solltest.

Was ist Barfen?

Barfen ist eine Ernährungsweise von karnivoren Haustieren wie Hunden und Katzen. Barf steht für „Biologisch Artgerechte Rohfütterung” und meint die Fütterung von rohem Fleisch oder Fisch in Verbindung mit Innereien, Pansen, Knochen, Herzen und weiteren Zutaten wie Obst, Gemüse und Supplementen.

Das Barfen ist gut für Hunde geeignet, da der Halter die Barf-Mahlzeiten individuell zusammenstellen und selbst entscheiden kann, was im Futter enthalten ist. In industriell produziertem Nass- oder Trockenfutter sind die Inhaltsstoffe in der Regel nicht klar aufgeführt. Fertiges Futter ist meist mit Zucker oder künstlichen Konservierungsstoffen versetzt.

Mit der Barf-Fütterung kann den Bedürfnissen jedes einzelnen Hundes nachgegangen werden und die exklusive Zusammenstellung auf den Kalorien- und Nährstoffbedarf des Hundes abgestimmt werden. Hierbei können bestimmte Ernährungsweisen wie Diäten bei Untergewicht, Magen-Darm-Problemen, Allergien oder Unverträglichkeiten berücksichtigt werden.

Von den Vorteilen kann jedoch nur profitiert werden, wenn man richtig barft, notwendige Hygieneregeln befolgt, eine vorschriftsmäßige Lagerung des rohen Fleischs einhält und den Kalorien- und Nährstoffbedarf des eigenen Hundes kennt.

Dieses Bild zeigt vier Schalen mit verschiedenen Zutaten, wie ich meinen Hund Barfen kann.

Wie barfe ich meinen Hund richtig?

Du barfst deinen Hund richtig, wenn du die Eignung der Barf-Fütterung für dein Haustier feststellst, die nötige Barf Ausstattung besorgst, einen Barf Plan mit den richtigen Zutaten erstellst, die korrekte Barf Futtermenge berechnest, das Barf richtig fütterst und lagerst sowie das Barf Fleisch rechtzeitig nachbestellst.

Auf diesem Bild werden die 6 Stufen zur korrekten Ernährungsweise durch Barf für einen Hund erklärt.

1. Eignung für den Hund feststellen

Bevor du mit dem Barfen beginnen kannst, musst du zunächst feststellen, ob das Barfen für deinen Hund geeignet ist. Für die meisten gesunden Hunde ist das Barfen hervorragend geeignet, weil es einem eine genaue Kontrolle über die Nahrungsbestandteile gibt und eine artgerechte Rohfütterung darstellt.

Wichtig ist aber auch, dass du dich über potenzielle Risiken informierst und, falls dein Hund unter einer chronischen Krankheit oder Allergie leidet, das Barfen mit deinem Tierarzt besprichst.

Hunde, deren Immunsystem aufgrund einer schweren Krankheit oder immunsuppressiven Medikamenten geschwächt ist, sowie Hunde mit einer Herz-, Nieren- oder Leberfunktionsstörung, Diabetes oder Krebs sollten nicht mit rohem Fleisch gefüttert werden. Dies ging aus der Studie „One veterinarian’s experience with owners who are feeding raw meat to their pets” von L. Stogdale hervor, die 2019 in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Canadian Veterinary Journal” erschien. 

Tierhalter, die Hunde mit diesen Krankheiten besitzen, sollten vom Barfen absehen, da die hohe Protein-, Bindegewebs- und Bakterienbelastung im Fleisch zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands der betroffenen Organe führen kann.

Leidet dein Hund jedoch nicht unter einer Herz-, Nieren- oder Lebererkrankung, kannst du deinem Hund Barf-Mahlzeiten mit rohem Fleisch problemlos servieren. Mit der richtigen Ausstattung und dem nötigen Wissen kannst du deinen Hund mit Barf gesund und ausgewogen ernähren.

2. Barf Ausstattung besorgen

Damit das Barfen für Hunde mühelos funktioniert, solltest du bestimmtes Equipment besorgen, das dir die Zubereitung und die Fütterung von Barf-Mahlzeiten erleichtert. Dazu zählen lebensmittelechte Schalen aus Porzellan oder Glas, eine Küchenwaage, scharfe Messer für das Fleisch und die Knochen, ein Pürierstab oder ein Mixer und ein großer Napf.

Falls du noch keine Tiefkühltruhe besitzt, solltest du entweder genügend Platz im Tiefkühlfach schaffen oder, besser noch, dir einen kleinen Tiefkühler speziell für die Lagerung der Barf Produkte zulegen. Die einzelnen Komponenten benötigen viel Platz und sollten im Tiefkühler menschliche Lebensmittel nicht berühren.  

Lebensmittelechte Schalen solltest du für das Auftauen und das Abwiegen der einzelnen Barf-Zutaten kaufen. In diesen Schalen sollte für eine optimale Hygiene ausschließlich rohes Fleisch aufbewahrt werden. Eine Küchenwaage ist für das Portionieren der einzelnen Barf-Elemente wie Fleisch, Fisch, Innereien, Knochen, Gemüse, Obst und Zusätze notwendig.

Das scharfe Messer und der Pürierstab bzw. der Mixer werden für das Zerkleinern von Fleisch, Knochen, Gemüse und Obst benötigt. Große Fleisch- und Knochenstücke müssen für kleine oder alte Hunde zerkleinert werden, Obst und Gemüse müssen immer püriert werden, da somit die pflanzlichen Zellwände aufgespaltet und dadurch die pflanzlichen Bestandteile besser verdaut werden können.

Schließlich benötigt man einen großen Napf, da Barf-Zutaten mehr Platz beanspruchen als industriell produziertes Nass- oder Trockenfutter. In diesem können nun alle Zutaten mit den richtigen Dosierungen zusammengestellt werden.

3. Barf Plan: Richtige Zutaten auswählen

Die Verwendung der richtigen Zutaten in der richtigen Menge kann bei Barf-Mahlzeiten nur dann sichergestellt werden, wenn diese genau geplant werden. Ein wöchentlich erstellter Barf Plan kann bei der täglichen Fütterung deines Hundes helfen, weil er es einfach macht, den Überblick zu behalten. In diesem Ernährungsplan sollten die genauen Zutaten sowie die exakten Mengenangaben pro Mahlzeit festgehalten werden.

Für die richtige Barf-Fütterung von Hunden sollte eine Mahlzeit 70 - 80 % Barf Fleisch enthalten. Diese 70 - 80 % setzen sich aus 50 % Muskelfleisch, 20 % Pansen, 15 % Innereien und 15 % Knochen zusammen. Die restlichen 20 - 30 % umfassen Gemüse und Obst, wobei das Gemüse einen höheren Anteil einnehmen sollte als Obst.

Damit man diese prozentualen Angaben im Hundefutter einhalten kann, sollte man entweder die einzelnen Zutaten separat kaufen und abwiegen oder sie in bereits zusammengestellten Mixen erwerben. In Innereien-Mixen beispielsweise sind die nötigen Innereien eines Beutetieres in den richtigen Abmessungen bereits vorhanden. Es gibt ebenfalls Muskelfleisch-Innereien-Mischungen, die die 50-20-15-15-Regel bereits berücksichtigen. Dies spart dir Zeit und Mühe bei der Fütterung deines Vierbeiners.

Benötigt dein Hund spezielle Nahrungsergänzungsmittel, kannst du ebenfalls Zusätze wie Eierschalenpulver oder Algenkalk für mehr Calcium, Sonnenblumen- oder Lachsöl für mehr Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie Kürbiskernmehl oder Trockenmoor für die Stärkung des Immunsystems hinzufügen.

4. Barf Futtermenge berechnen

Zusätzlich zu den prozentualen Anteilen der Barf-Mahlzeiten musst du ebenfalls berechnen, wie groß die Menge an Futter für deinen Hund täglich sein sollte. Ein Welpe sollte täglich etwa 6 - 8 % seines Körpergewichts an Futter fressen. Bei Junghunden liegt dieser Wert bei 5 - 7 % und bei ausgewachsenen Hunden bei 2 - 3 %. Senioren oder übergewichtige Hunde sollten pro Tag nur 2 % ihres Körpergewichts an Futter erhalten. Für kleine Hunderassen bis 15 kg liegt die Empfehlung bei 1,5 % ihres Gewichts.

Wiegt ein Welpe demnach 3 kg, sollte er bei 6 - 8 % seines Gewichts täglich etwa 180 - 240 g Futter erhalten. Ein Junghund mit einem Gewicht von 11 kg bedarf bei 5 - 7 % des Körpergewichts ungefähr 550 - 770 g Barf-Futter pro Tag. Erwachsene Hunde, die 40 kg wiegen, benötigen bei 2 - 3 % des Gewichts etwa 800 - 1200 g an Futter pro Tag. Ausgewachsene, aber kleine Hunde mit einem Gewicht von 8 kg sollten nur 120 g Futter täglich bekommen.

Bei den obigen Beispielrechnungen handelt es sich lediglich um Richtwerte. Die genaue Barf Futtermenge pro Tag muss unbedingt individuell an den Hund angepasst werden, wobei der Gesundheitszustand, das Alter und die Bedürfnisse für die richtige Barf-Fütterung eine wichtige Rolle spielen. Möchtest du die Futtermenge für deinen Vierbeiner nicht per Hand ausrechnen, kannst du ebenfalls unseren Barf Rechner nutzen.

5. Barf richtig füttern und lagern

Hast du nun die benötigte Ausstattung besorgt, einen Barf Plan erstellt und die angemessene Futtermenge für deinen Vierbeiner berechnet, kannst du mit dem Barfen deines Hundes beginnen. Auf Grundlage des von dir erstellten Ernährungsplans kannst du eine Einkaufsliste mit Zutaten schreiben, die du für die Barf-Mahlzeiten benötigst.

Hierbei entscheidest du selbst, ob du Vorräte für eine Woche, einen Monat oder sogar ein halbes Jahr bestellst. Plane in jedem Fall genügend Platz für das Fleisch und die anderen Komponenten in der Tiefkühltruhe ein, damit die rohen Lebensmittel für den Hund nicht mit den menschlichen Lebensmitteln in Kontakt kommen.

Hast du alle Zutaten, inklusive der Obst- und Gemüsesorten sowie der Zusätze, beisammen, musst du sie unmittelbar in deinem Tiefkühler lagern. Für die Fütterung solltest du bedenken, dass die tiefgefrorene Ware 8 bis 16 Stunden braucht, um vollständig aufzutauen. Nimm deshalb schon einen Tag vorher die benötigten Produkte aus dem Tiefkühler, entferne die Verpackung und lagere die Zutaten für den Auftauprozess in Glas- oder Porzellanschalen im Kühlschrank.

Sind die Produkte komplett aufgetaut, kannst du sie gemäß deinem erstellten Barf Plan mit der Küchenwaage einzeln abwiegen. Große Stücke sowie Obst und Gemüse sollten klein geschnitten bzw. püriert und schließlich in einem großen Hundenapf angerichtet werden. Hast du nicht alle aufgetauten Produkte für die Mahlzeiten benötigt, kannst du sie entweder direkt wieder einfrieren oder 2 - 3 Tage im Kühlschrank lagern und in dieser Zeit verfüttern.

Bei der Barf-Fütterung ist es wichtig, stets genügend Zutaten vorrätig zu haben und frühzeitig neue Ware zu bestellen, falls der Bestand der vorhandenen Produkte knapp wird.

6. Barf rechtzeitig nachbestellen

Neigen sich die verfügbaren Zutaten für die Barf-Mahlzeiten deines Hundes dem Ende zu, solltest du erforderliche Komponenten rechtzeitig nachbestellen. Arbeitest du mit einem wöchentlichen oder monatlichen Barf Plan, weißt du, welche Zutaten du in welchen Mengen benötigst und kannst entsprechend eine Einkaufsliste erstellen. Auf diese Weise behältst du einen Überblick über die vorhandenen oder noch zu kaufenden Barf-Zutaten.

Nutzt du den Ernährungsplan direkt für mehrere Wochen, kannst du die benötigte Menge für diesen Zeitraum bestellen. Das Nachbestellen sollte jedoch rechtzeitig passieren, damit das Risiko einer unzureichenden Fütterung vermieden wird.

Was sind Risiken beim Barfen von Hunden?

Die Risiken beim Barfen umfassen gesundheitliche Gefahren durch unzureichende Hygiene. Besteht eine mangelhafte Hygiene, kann beispielsweise eine Kontamination des rohen Fleischs in Form von Parasiten, Bakterien oder Salmonellen entstehen. Dies lässt sich mit den bereits beschriebenen Hygienemaßnahmen allerdings leicht verhindern.

Bei der Fütterung selbst ist in manchen Fällen eine Versorgung mit Nährstoffen, Spurenelementen und Vitaminen nicht ausreichend, da Barf-Mahlzeiten oft zu wenig Calcium enthalten. Aus einer aktuellen Studie ging hervor, dass bei 10 % von 95 kontrollierten Barf Plänen die Calciumzufuhr mindestens 25 % unter dem Bedarf lag. Ausschließlich bei 27 % der Pläne war die Calciumzufuhr korrekt. Diese Studie “BARF (Biologisch Artgerechte Rohfütterung) als Ernährungsform bei Hunden” von P. Kölle und M- Schmidt wurde 2015 in der Zeitschrift “Tierärztliche Praxis Ausgabe K: Kleintiere / Heimtiere” veröffentlicht.

Ermittelt man den Bedarf an Mineralstoffen, Spurenelementen und Nährstoffen nicht akkurat, kann es zu einer Fehlernährung kommen, was in vielen Fällen zu gesundheitlichen Problemen, wie beispielsweise Schädigungen an der Leber oder der Niere bei Hunden führt.

Besonders Welpen sollten auf keinen Fall einem Nährstoffmangel oder einer Nährstoffüberversorgung ausgesetzt sein, da sonst kein gesundes Wachstum gewährleistet werden kann. Eine Überversorgung kann bei Welpen auch ein zu schnelles Wachstum verursachen.

Beim Barfen sollte man allgemein nicht zu viele Knochen pro Tag füttern, da dies zu Verstopfung oder anderen Verdauungsproblemen führen kann. Knochen sollten darüber hinaus niemals gekocht werden, da sie dadurch spröde werden und im Hundemaul splittern können.

Neben der Hygiene und der Unter- oder Überversorgung des Hundes können auch ein bedingt aussagekräftiges Blutbild sowie die schwierige Verdaulichkeit von einigen rohen Futtermitteln Risiken beim Barfen darstellen.

Dieses Bild zeigt welche Risiken es beim Barfen gibt und wie man sie vermeiden kann.

Hygiene

Die Einhaltung einer guten Hygiene ist das Wichtigste bei der Barf-Fütterung deines Hundes. Die Hygienemaßnahmen sollten dabei bei der Lagerung des rohen Fleisches anfangen und bei der Reinigung des Hundenapfes nach der Fütterung aufhören.

Bei der Lagerung sollten die Barf-Produkte nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, die vom Menschen verzehrt werden sollen. Der Erwerb eines separaten Tiefkühlers ist daher angebracht. Beim Auftauen sollte, soweit möglich, ausschließlich die Menge an Barf Fleisch aufgetaut werden, die für die Fütterung am nächsten Tag oder an den nächsten drei Tagen benötigt wird. Auf diese Weise vermeidet man ein dauerhaftes Auftauen und Einfrieren des Barfs.

Nach der Fütterung müssen alle für die Vorbereitung genutzten Utensilien, Schneidebretter, Schalen und Küchenoberflächen gründlich gereinigt werden, die mit dem rohen Fleisch in Berührung gekommen sind. Dazu zählen auch die eigenen Hände und der Napf deines Hundes, um die mögliche Entstehung von Bakterien zu vermeiden.

Auch bei der Reinigung solltest du einen Schwamm oder einen Lappen nutzen, den du ausschließlich für die Säuberung des Hundenapfes und der Küchenutensilien nutzt. Dieser Schwamm sollte regelmäßig ausgetauscht werden, damit kein Nährboden für Keime entstehen kann.

Blutbild nur bedingt aussagekräftig

Obwohl das Barfen für die meisten Hunde gesundheitliche Vorteile bringen kann, leiden einige Vierbeiner unter einer Futtermittelunverträglichkeit oder einer Allergie gegen bestimmte Fleischsorten. Während der Tierarzt zwar eine Allergie gegen beispielsweise Hausstaub oder Pollen mit einem Blutbild feststellen kann, können Futtermittelallergien ausschließlich mithilfe einer Ausschlussdiät ermittelt werden.

Somit müssen zunächst verschiedene Fleischsorten gefüttert werden, um herauszufinden, gegen welches Fleisch der Hund möglicherweise mit einer Unverträglichkeit reagiert. Besitzt du einen Hund, der zu Allergien oder Futtermittelunverträglichkeiten neigt, solltest du dich für hypoallergene Fleischsorten entscheiden. Mit diesen ist dein Hund höchstwahrscheinlich noch nicht in Kontakt gekommen, weswegen die Chance hoch ist, dass er sie verträgt.

Ein Blutbild beim Tierarzt kann jedoch aufzeigen, ob eine Über- oder Unterversorgung von Nähr- oder Mineralstoffen beim Hund besteht. Auf Grundlage des Blutbilds kann man dann die Dosierung der rohen Futtermittel entsprechend anpassen. Eine regelmäßige Kontrolle der Blutwerte durch einen Tierarzt wird empfohlen.

Rohe Futtermittel sind nicht vollständig verdaulich

Enthält die Barf Mahlzeit zu wenig Muskelfleisch oder zu viel Bindegewebe wie sie beim Schlund, Ziemer, Euter, Pansen und Blättermagen zu finden sind, fehlen dem Hund wichtige Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Das führt dazu, dass sie die Mahlzeiten nicht gut bzw. nicht vollständig verdauen können.

Um eine gute Verdaulichkeit zu fördern, sollte der tierische Anteil einer Barf-Mahlzeit zu höchstens 20 % aus bindegewebsreichem Schlachtabfall und zu mindestens 50 % aus Muskelfleisch bestehen. Die genaue Futtermittelration mit den prozentualen Anteilen muss unbedingt beachtet werden und wird leider oft von Barf-Anfängern vergessen.  

4 Tipps zum Hunde Barfen für Anfänger

Im Folgenden geben wir 4 Tipps zum Barfen für Anfänger, die den Einstieg in die Barf-Ernährung bei Haustieren erleichtern sollen.

Dieses Bild erklärt anhand von 4 Tipps, wie Anfänger ihren Hund richtig Barfen können.

1. Fertigbarf statt selbst zusammenstellen

Damit Barf-Anfänger zu Beginn mit der Zusammenstellung der einzelnen Komponenten nicht überfordert sind, wird der Kauf von Fertigbarf empfohlen. Unter Fertigbarf versteht man fertige Barf-Menüs, die ausschließlich aufgetaut und für den Hund im Napf angerichtet werden.

Die zusammengestellten Mahlzeiten enthalten bereits alle wichtigen Nährstoffe, Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe, die ein gesunder, erwachsener Hund für eine ausgewogene Ernährung benötigt. Bei kranken oder alten Hunden sollten, nach Absprache mit dem Tierarzt, geeignete Supplemente hinzugefügt werden.

In unserem Barf Shop kannst du Fertigbarf Produkte speziell für Welpen, Aktive oder auch Senioren kaufen. Achte beim Kauf von Fertigbarf darauf, dass es als Alleinfuttermittel angeboten wird, damit eine optimale Nährstoffversorgung pro Mahlzeit sichergestellt werden kann. Bei Unsicherheiten kann jederzeit die Einschätzung vom Tierarzt zurate gezogen werden.

2. Einschätzung vom Tierarzt geben lassen

Barf ist ein umfangreiches Thema, das bei Unwissenheit, unzulänglicher Recherche, falschen Lagerungsverhältnissen und mangelhafter Hygiene gesundheitliche Risiken mit sich bringen kann. Aus diesem Grund sollte das Barfen im Vorhinein mit dem Tierarzt besprochen werden.

Der Tierarzt kann dir beim Erstellen des Barf Plans helfen, dich bei der Berechnung der korrekten Futtermenge unterstützen und dir Tipps für die richtige Fütterung und Lagerung von Barf Fleisch geben. Darüber hinaus kann ein Tierarzt regelmäßig einen Bluttest durchführen, um zu ermitteln, ob alle Nährstoffbedürfnisse des Hundes bei der Fütterung berücksichtigt werden.

3. Alle Nährstoffbedürfnisse berücksichtigen

Bei der Barf-Fütterung ist es essenziell, dass dein Hund täglich die passende Futtermenge mit ausreichenden Nährstoffen und Kalorien erhält. Dafür musst du den Kalorien- und Nährstoffbedarf deines Vierbeiners pro Tag ausrechnen, damit du diese bei der täglichen Futterration berücksichtigst. Eine angemessene Nährstoffversorgung ist wichtig, um eine gesunde und ausgewogene Ernährung bei Hunden zu gewährleisten.

Besonders bei Welpen, aber auch bei ausgewachsenen Hunden, sollte auf das Gewicht geachtet werden. Dein Tier sollte durch dich und den Tierarzt beobachtet werden, damit keine gesundheitlichen Probleme beim Vierbeiner entstehen.

4. Hund oder Katze beobachten

Hunde, aber genauso Katzen, sollten beim Barfen beobachtet werden, wobei du besonders auf das Gewicht achten solltest. Eine Zu- oder Abnahme bedeutet meistens, dass eine Über- oder Unterversorgung von Nährstoffen besteht. Hierbei sollte mit dem Tierarzt über eine mögliche Veränderung der Barf-Zusammenstellung gesprochen werden.

Es kann ebenfalls sein, dass dein Vierbeiner bestimmte Bestandteile der Barf-Mahlzeit nicht frisst. Tausche diese gegebenenfalls aus oder gare sie, falls sie von deinem Hund oder deiner Katze nicht vertragen werden. Knochen sollten jedoch nicht gegart werden, da sie nach dem Kochen splittern und somit für Verletzungen im Mund oder Rachen des Vierbeiners sorgen können.

Stößt du mit bestimmten Zusammenstellungen oder Rezepten bei deinem Vierbeiner auf große Akzeptanz, notiere dir diese und integriere sie öfter in deinen Barf Plan. Achte jedoch allgemein bei deinen Barf-Rezepten auf Abwechslung und Variabilität.

Barf Rezepte für Hunde

Nachfolgend findest du verschiedene Barf Rezepte für Hunde in unterschiedlichen Altersgruppen, die du in deinen Barf Plan integrieren kannst. Hierbei solltest du selbstverständlich die Mengenangaben an deinen Hund anpassen.

Dieses Bild bildet 3 verschiedene Barf Rezepte für Hunde ab.

Barf Rezept für erwachsene Hunde

Das folgende Rezept enthält die Angaben für einen ausgewachsenen, gesunden Hund mit einem Körpergewicht von 30 kg, einem Futterbedarf von 3 % seines Körpergewichts und einem Fleisch-Pflanzen-Verhältnis von 80:20. Die Tagesmenge des gesamten Futters liegt bei 900 g.

  • 360 g Rindermuskelfleisch
  • 144 g Rinderpansen
  • 108 g Rinderleber
  • 108 g Rinderknochen
  • 180 g Obst-Gemüse-Mix

Barf Rezept für Welpen

Das folgende Rezept enthält Angaben für einen gesunden Welpen mit einem Körpergewicht von 4 kg, einem Futterbedarf von 7 % seines Körpergewichts und einem Fleisch-Pflanzen-Verhältnis von 70:30. Die Tagesmenge des gesamten Futters liegt bei 280 g.

  • 98 g Pferdefleisch
  • 39,2 g Lammpansen
  • 29,4 g Lammleber
  • 29,4 g Kalbsbrustknochen
  • 84 g Obst-Gemüse-Mix

Barf Rezept für kleine Hunderassen

Das folgende Rezept enthält Angaben für einen gesunden, kleinen Hund mit einem Körpergewicht von 9 kg, einem Futterbedarf von 1,5 % seines Körpergewichts und einem Fleisch-Pflanzen-Verhältnis von 80:20. Die Tagesmenge des gesamten Futters liegt bei 135 g.

  • 54 g Wildfleisch
  • 21,6 g Lammpansen
  • 16,2 g Wildleber
  • 16,2 g Wildknochen
  • 27 g Obst-Gemüse-Mix

Barfen für Katzen

Beim Barfen für Katzen muss ebenfalls auf die individuellen Bedürfnisse der eigenen Katze eingegangen werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Katzen im Allgemeinen andere Ansprüche an die Ernährung haben als Hunde. So muss die Barf-Mahlzeit für Katzen beispielsweise zu mindestens 80 - 90 % aus Muskelfleisch bestehen, zu 10 - 14 % aus Innereien und nur zu 5 % aus Gemüse. Das Barfen für Katzen unterscheidet sich demnach vom Barfen für Hunde.