Was ist Barfen
5. März 2024

Was ist Barfen? Definition & Bedeutung

Das Barfen ist eine naturbelassene Fütterung mit roher Tiernahrung bei Hunden und Katzen und steht für „Biologisch Artgerechte Rohfütterung”. Eine Barf-Mahlzeit besteht, je nach Tier, zu 70 - 90 % aus rohem Fleisch oder Fisch, Innereien und Knochen, die zusätzlich mit Obst und Gemüse ergänzt werden.

Mit Barf hat jeder Haustierbesitzer die volle Kontrolle darüber, was sein Vierbeiner isst, da er alle Barf-Mahlzeiten selbst zusammenstellt. Auf die individuellen Bedürfnisse des Tieres kann man mit der Barf Ernährung besonders gut eingehen, da man die Zutaten flexibel zusammenstellt.

Was ist Barf?

Barf ist eine Ernährungsmethode für Hunde und Katzen, bei der Muskelfleisch, Fisch, Innereien und Knochen im rohen Zustand gefüttert werden. Für eine ausreichende Vitamin-, Ballaststoff- und Fettversorgung werden den tierischen Anteilen pflanzliche Komponenten wie Obst, Gemüse, gesunde Nahrungsergänzungsmittel und Öle hinzugefügt.

Bei der Barf Fütterung wird gänzlich von trockenem oder nassem Industriefutter abgesehen, damit der Fressvorgang des Vierbeiners so naturnah wie möglich gestaltet werden kann. Mahlzeiten mit rohem Fleisch werden von den meisten Hunden und Katzen besser verdaut, da keine Nährstoffe durch das Kochen oder die industrielle Verarbeitung verloren gehen.

Das Barfen funktioniert nach dem Beutetierprinzip, bei dem man nach Möglichkeit möglichst alle Teile des Beutetiers an das Haustier verfüttert. Aus diesem Grund werden beim Barf neben dem Fleisch auch das Fett, das Blut, alle Innereien, Hoden, Ziemer, Ohren, Mägen und Herzen verschiedener Beutetiere dem Hund oder der Katze zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich ist die Fütterung sämtlicher Innereien oder anderer tierischer Bestandteile nicht in derart großem Ausmaß notwendig.

Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass jede Barf-Mahlzeit angemessene Anteile von Nährstoffen, Spurenelementen, Mineralstoffen und Vitaminen aufweist. Damit der Vierbeiner eine ausgewogene und gesunde Ernährung erhält, muss für jedes Tier eine individuelle Rationsberechnung vorgenommen werden. So kann gewährleistet werden, dass das Barfen zur Gesunderhaltung des Haustieres beiträgt.

Hier ist eine Abbildung einer Schale mit verschiedenen Barf Zutaten zu sehen.

Was ist die Herkunft von Barf?

Die Herkunft von Barf lässt sich auf die Kanadierin Debbie Tripp zurückführen, die mit dem Wort „Barf” einen Begriff für Hundebesitzer finden wollte, die ihr Haustier roh ernähren. Zu dieser Zeit stand Barf jedoch noch für „Born-Again Raw Feeders” (deutsch: „wiedergeborene Rohfütterer"). Später etablierte sich auch die Bedeutung „Bones and Raw Foods“ (deutsch: „Knochen und rohes Futter”).

Seit Anfang der 90er-Jahre existierte dann die durch den Australier Ian Billinghurst verbreitete Bezeichnung „Biologically appropriate raw food“, die schließlich auch in Deutschland als „Biologisch artgerechtes rohes Futter“ bzw. „Biologisch artgerechte Rohfütterung“ eingeführt wurde.

Was sind die Vorteile beim Barfen?

Die Vorteile beim Barfen liegen darin, dass der Haustierbesitzer durchweg entscheiden kann, was das Tier frisst und was in der Mahlzeit enthalten ist. Diesen Vorzug hat man bei vorgefertigtem und industriell produzierten Tierfutter nicht. Das fertige Tierfutter ist meist mit künstlichen Zusätzen oder Zucker versehen, die der Vierbeiner nicht benötigt.

Bei jeder Dosierung der Barf Mahlzeit kann dafür gesorgt werden, dass alle Bedürfnisse des Tieres erfüllt werden. Das Alter, die Rasse, das Gewicht und der Gesundheitszustand des Hundes oder der Katze bestimmen die tägliche Futtermittelration, die daher individuell für jedes Tier berechnet wird.

Auch bei Unverträglichkeiten, Allergien, Stress, einigen Krankheiten, Trächtigkeit oder Magen-Darm-Problemen des Tieres kann Barf helfen, eine ausgewogene und gesunde Ernährung für das Haustier zu gewährleisten. Viele Fleischsorten, die für das Barfen angeboten werden, gelten als hypoallergen und werden von den meisten Vierbeinern vertragen.

Ein weiterer Vorteil beim Barfen ist, dass eine Barf-Mahlzeit frei von Getreide oder anderen Kohlenhydraten ist. Hunde und Katzen können Kohlenhydrate nur schlecht verdauen, da ihnen dafür das entsprechende Enzym fehlt. Ein Überschuss an Kohlenhydraten kann beim Tier zu Übergewicht, Futtermittelunverträglichkeiten oder Magen-Darm-Beschwerden führen.

Dieses Bild erklärt die Vorteile des Barfens: monoprotein, zuckerfrei, getreidefrei.

Welche Risiken gibt es beim Barfen?

Die Risiken beim Barfen sind im Wesentlichen hygienische Probleme und eine Fehlernährung des Hundes oder der Katze. Um diese Risiken zu vermeiden, sollte man sich auf das Barfen gut vorbereiten und den richtigen Umgang mit rohem Fleisch erlernen.

Bevor man mit dem Barfen beginnt, ist es dringend notwendig, sich ausführlich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dazu zählt, sich ebenfalls über die ernährungsbedingten Bedürfnisse des Haustieres zu informieren und zu wissen, wo der Nährstoff- und Kalorienbedarf pro Tag liegt. Nur so kann eine ausreichende Ernährung sichergestellt werden.

Ein weiteres Risiko liegt beim Mangel an Hygienemaßnahmen. Beim Umgang mit rohen Lebensmitteln, insbesondere Fleisch und Fisch, kann es zur Entstehung von krankheitserregenden Bakterien oder Keimen kommen. Diese sind zwar für das Haustier unbedenklich, für den Menschen können sie jedoch gefährlich sein.

Aus diesem Grund ist es wichtig, essenzielle Hygieneregeln bei der Verarbeitung von Fleisch und Fisch einzuhalten. Dazu zählt beispielsweise die gründliche Reinigung von Küchenutensilien und Oberflächen, die mit dem rohen Fleisch in Berührung gekommen sind. Auch die eigenen Hände und der Futternapf müssen nach der Fütterung ausgiebig gesäubert werden.  

Sollte es beim Barfen des Vierbeiners zu fehlerhaften Zusammenstellungen, unzureichenden oder übermäßigen Nährwerten, mangelhafter Hygiene oder falschen Lagerungsbedingungen kommen, können daraus im schlimmsten Fall ernährungsbedingte Krankheiten entstehen. Hält man sich jedoch an die Barf-Regeln und informiert sich ausführlich, wird das Haustier gesundheitlich davon profitieren.

Dieses Bild geht auf die Risiken beim Barfen ein.

Wie barft man richtig?

Die folgende Übersicht zeigt dir, wie man seine Haustiere richtig barft.

  1. Bedürfnisse des Haustieres berechnen: Damit man die korrekte Dosierung der einzelnen Zutaten für die Barf-Mahlzeit bestimmen kann, muss man zunächst die Bedürfnisse des eigenen Haustieres berechnen. Hierbei ist es wichtig, den Kalorien- und Nährstoffbedarf pro Tag zu ermitteln. Auch das Alter, das Gewicht, die Größe und die Rasse des Vierbeiners spielen hierbei eine bedeutende Rolle. Nur wenn man die einzelnen Mahlzeiten auf das Tier individuell abstimmt, kann man eine ausreichende Versorgung mit Barf gewährleistet.
  2. Zusammenstellung der Barf-Mahlzeit festlegen: Auf Grundlage der Ernährungsbedürfnisse kann man nun die passende Futterration zusammenstellen. Eine Barf-Mahlzeit sollte bei Hunden immer zu 70 - 80 % aus Fleisch bestehen. Dieser Fleischanteil setzt sich aus 50 % Muskelfleisch, 20 % Pansen, 15 % Innereien und 15 % Knochen zusammen. Zusätzlich werden 20 - 30 % Obst und Gemüse hinzugefügt. Bei Katzen liegt der Fleischanteil bei 80 - 90 %, der Innereien-Anteil bei 10 - 14 % und der Gemüseanteil bei höchstens 5 %. Obst sollte ausschließlich in den Mahlzeiten für Hunde zu finden sein, da Obst für Katzen zu viel Zucker enthält.
  3. Wöchentlichen Mahlzeitenplan erstellen: Kennt man die Bedürfnisse des Vierbeiners und die empfohlene Zusammenstellung der einzelnen Barf-Mahlzeiten, kann man diese als Vorlage für die Erstellung eines wöchentlichen Ernährungsplans nutzen. Ein Ernährungsplan spart Zeit bei der Fütterung und kann eine täglich ausgewogene sowie gesunde Ernährung mit genügend Spurenelementen, Nährstoffen, Mineralstoffen und Vitaminen sicherstellen.  
  4. Hygieneregeln einhalten: Lediglich mit der Einhaltung von passenden Hygieneregeln kann man gesundheitliche Risiken bei Mensch und Tier vermeiden. Beim Umgang mit rohem Fleisch oder Fisch sollte stets darauf geachtet werden, dass diese weder bei der Lagerung, noch bei der Zubereitung in Kontakt mit menschlichen Lebensmitteln kommen und nach der Zubereitung die eigenen Hände sowie die Arbeitsfläche gründlich gereinigt werden. Der Fressnapf und die Futterstelle des Vierbeiners sollten ebenfalls geputzt werden.

Vor dem Barfen sollte man sich detailliert mit dem Thema „Was ist Barf” auseinandersetzen und dabei besonderen Fokus auf die Hygiene-, Fütterungs- und Lagerungsvorschriften legen. Bei Unsicherheiten bezüglich der Rationsberechnungen oder anderer Barf-Angelegenheiten sollte man immer die Hilfe eines Tierarztes beanspruchen, damit eine naturbelassene, flexible und gesunde Ernährung des Vierbeiners garantiert wird.

Dieses Bild erklärt wie man richtig barft.