Dürfen Hunde Chicorée essen?
Ja, Hunde dürfen Chicorée essen, weil das Blattgemüse viele Ballaststoffe, Bitterstoffe sowie wertvolle Vitamine und Mineralstoffe liefert. Die im Chicorée enthaltenen Ballaststoffe fördern bei Hunden eine gesunde Verdauung und Darmflora, während die Bitterstoffe die Verdauung anregen.
Chicorée gehört für Hunde zu den nährstoffreichen Blattgemüsen und ist eng mit Endivie und Radicchio verwandt. Das Wintergemüse hat von Oktober bis Mai Saison und zeichnet sich durch seine hellen, knackigen Blätter und seinen leicht bitteren Geschmack aus.
Die positiven Eigenschaften von Chicorée für Hunde beruhen vor allem auf seinen Ballaststoffen. Der in der Fachzeitschrift Fermentation veröffentlichte Review „Potential Effects of Prebiotics on Gastrointestinal and Immunological Modulation in the Feeding of Healthy Dogs: A Review“ von Forschenden der School of Veterinary Medicine and Animal Science der University of São Paulo zeigt, dass Präbiotika wie Inulin aus der Chicoréewurzel bei Hunden die Anzahl nützlicher Darmbakterien erhöhen, die Bildung kurzkettiger Fettsäuren fördern sowie die Darmgesundheit und das Immunsystem unterstützen.
Chicorée versorgt Hunde neben Ballaststoffen auch mit natürlichen Bitterstoffen, insbesondere Lactucopicrin. Der sekundäre Pflanzenstoff regt die Bildung von Gallensäuren an und unterstützt bei Hunden die Verdauung. Chicorée unterstützt Hunde auch durch seinen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen. Das Blattgemüse liefert unter anderem Vitamin A, Vitamin C, verschiedene B-Vitamine, Folsäure sowie Kalium, Magnesium und Kalzium. Die Nährstoffe des Chicorées unterstützen das Immunsystem, den Energiestoffwechsel, die Blutbildung sowie die normale Funktion von Muskeln, Herz und Nervensystem bei Hunden.
Chicorée eignet sich aufgrund seines hohen Wassergehalts und geringen Kaloriengehalts auch für Hunde mit Übergewicht. Als leichte Gemüsebeilage ergänzt das Blattgemüse eine ausgewogene Barfernährung sinnvoll.
Der folgende Artikel zeigt, warum und in welchen Mengen Hunde Chicorée roh oder gekocht essen dürfen, ob Welpen Chicorée essen dürfen und welche sinnvollen Alternativen es gibt.
Dürfen Hunde Chicorée roh oder gekocht essen?
Hunde dürfen Chicorée sowohl roh als auch gekocht fressen. Sowohl roher als auch gekochter Chicorée wird vor der Fütterung gründlich gewaschen und anschließend fein geschnitten oder püriert, damit Hunde die enthaltenen Nährstoffe besser aufnehmen.
Hunde dürfen sowohl die Chicoréeblätter als auch die Chicoréewurzel als Gemüseergänzung zu ihrem Barf Futter fressen. Manche Hunde lehnen den leicht bitteren Geschmack von Chicorée zunächst ab. Der Strunk des Chicorées enthält die höchste Konzentration an Bitterstoffen und wird deshalb häufig entfernt, um die Akzeptanz bei Hunden zu verbessern.
Dürfen Hunde rohen Chicorée essen?
Ja, Hunde dürfen rohen Chicorée essen. Roher Chicorée enthält hitzeempfindliche Nährstoffe wie Folsäure in höherem Umfang als gekochter Chicorée und ergänzt die Hundeernährung besonders nährstoffreich.
Hunde verwerten rohen Chicorée besonders gut, wenn die Chicoréeblätter püriert oder die Chicoréewurzel fein gerieben unter das Barf Futter gemischt werden.
Dürfen Hunde gekochten Chicorée essen?
Ja, Hunde dürfen gekochten oder leicht gedünsteten Chicorée essen. Durch das Garen werden die Bitterstoffe abgemildert, wodurch viele Hunde gekochten Chicorée besser akzeptieren.
Chicorée ist nach wenigen Minuten Kochzeit gar. Anschließend lässt sich das abgekühlte Blattgemüse einfach unter das Hundefutter mischen oder mit anderen Gemüsesorten wie Karotten, Zucchini, Endivie oder Radicchio kombinieren.
Dürfen Hunde Chicoree Salat essen?
Nein, Hunde dürfen Chicorée Salat in der Regel nicht essen, weil dieser meist Essig, Öl, Salz, Gewürze oder Zwiebeln enthält. Naturbelassener Chicorée ohne Dressing und weitere Zutaten eignet sich dagegen sowohl roh als auch gedünstet für Hunde.
Wie viel Chicorée dürfen Hunde essen?
Hunde dürfen Chicorée in kleinen Mengen als Bestandteil einer abwechslungsreichen Barfernährung essen. Chicorée ergänzt den Gemüseanteil der Barf Ration, der in der Regel etwa 20 bis 30 Prozent der gesamten Futtermenge beträgt, und liefert präbiotische Ballaststoffe, Bitterstoffe und wertvolle Vitamine.
Chicorée eignet sich beim Barfen für Hunde sowohl als alleinige Gemüsesorte als auch als Bestandteil einer abwechslungsreichen Gemüsemischung. Beim Barfen besteht die tägliche Futterration zu etwa 70 bis 80 Prozent aus tierischen Komponenten wie Muskelfleisch, Innereien und gegebenenfalls fleischigen Knochen sowie zu 20 bis 30 Prozent aus pflanzlichen Zutaten. Als Orientierung gelten etwa 75 Prozent Gemüse und 25 Prozent Obst. Bekommt ein Hund beispielsweise 500 g Futter pro Tag, entfallen etwa 100 bis 150 g auf pflanzliche Zutaten. Rund 75 bis 112 g bestehen aus Gemüse wie Chicorée, Karotten, Kürbis oder Pastinaken. Weitere 25 bis 38 g bestehen aus Obst.
Erhält ein Hund erstmals Chicorée, beginnt die Fütterung mit einer kleinen Menge. Als Orientierung eignen sich für kleine Hunde bis 10 kg ein bis zwei Teelöffel Chicorée, für mittelgroße Hunde zwischen 10 und 25 kg etwa ein Esslöffel und für große Hunde über 25 kg bis zu zwei Esslöffel. Kleine Mengen an Chicorée erleichtern die Beurteilung der individuellen Verträglichkeit und geben dem Verdauungssystem des Hundes Zeit, sich an die ballaststoffreiche Gemüseergänzung anzupassen.
Bei guter Verträglichkeit und Akzeptanz darf Chicorée regelmäßig oder täglich Bestandteil einer ausgewogenen Hundeernährung sein. Die in der Fachzeitschrift Animal Microbiome veröffentlichte Studie „The microbiota of healthy dogs demonstrates individualized responses to synbiotic supplementation in a randomized controlled trial“ untersuchte die Wirkung eines Synbiotikums mit Inulin aus der Chicoréewurzel bei 51 gesunden Hunden. Nach vier Wochen nahm die Anzahl nützlicher Milchsäurebakterien zu, während potenziell krankmachende Escherichia coli zurückgingen. Die stärksten Veränderungen zeigten Hunde mit einer ungünstigeren Darmmikrobiota. Die Ergebnisse unterstreichen die präbiotischen Eigenschaften von Inulin aus der Chicoréewurzel und dessen positiven Einfluss auf die Darmflora von Hunden.
Zu große Mengen Chicorée regen aufgrund des hohen Ballaststoffgehalts die Verdauung unter Umständen zu stark an und führen bei empfindlichen Hunden zu Durchfall, weichem Kot, Erbrechen oder Magenbeschwerden. Zeigt ein Hund nach der Fütterung Beschwerden wie Juckreiz, Erbrechen, Durchfall oder andere auffällige Veränderungen, wird Chicorée nicht weiter gefüttert. Echte Allergien gegen Chicorée gelten als selten. Zeigt ein Hund nach dem Verzehr von Chicorée Beschwerden, stehen diese häufig mit einer zu großen Fütterungsmenge oder einer individuellen Unverträglichkeit in Zusammenhang.
Dürfen Welpen Chicorée essen?
Ja, Welpen dürfen Chicorée essen, weil Chicorée als kalorienarmes Blattgemüse die Ernährung mit Ballaststoffen sowie wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen ergänzt.
Chicorée erhält der Welpe nur in kleinen Mengen. Das noch nicht vollständig entwickelte Verdauungssystem von Welpen reagiert empfindlicher auf ballaststoffreiche Lebensmittel als das ausgewachsener Hunde. Fein pürierter roher oder leicht gedünsteter Chicorée ohne Gewürze oder andere Zusätze eignet sich für Welpen am besten.
Wenn nach dem Verzehr von Chicorée Durchfall, Erbrechen oder andere Verdauungsbeschwerden auftreten, erhält der Welpe keinen weiteren Chicorée.
Alternative Gemüsesorten zu Chicorée für Hunde
Alternative Gemüsesorten zu Chicorée für Hunde sind Endivie, Radicchio, Topinambur und Schwarzwurzel. Endivie und Radicchio gehören wie Chicorée zu den Korbblütlern und enthalten natürliche Bitterstoffe. Topinambur und Schwarzwurzel enthalten präbiotisches Inulin zur Unterstützung der Darmflora.
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